Schöne Medienwelt

Mensch und Medien, Politik und Sex, Klatsch und Bildung: Meine Meinung zu sehr unterschiedlichen Themen.

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Dr. Jörg Zimmermann; Berkersheimer Weg 7; 60433 Frankfurt

Montag, März 13, 2006

Alles hat einen Anfang, nur die Wurst hat zwei

Da fange ich also einen Blog an, und mein erster Gedanke ist, daß es vermutlich eine Reihe von Blogs gibt, die mit praktisch dem gleichen Satz anfangen. Schon als ich den Titel schrieb, war meine erste Reaktion, ihn in google als Suchbegriff einzugeben, und ich erntete prompt 12 Treffer.

Das Problem ist, daß die Zahl der Schreibenden die Zahl veröffentlichungswürdiger Gedanken weit übertrifft. Es ist schwer geworden, etwas Neues und Wichtiges zu schreiben, weil so viele Menschen schreiben, darunter viele, die es besser ließen, darunter viele, die eigentlich nur abschreiben.

Selbst zu denken, ist nämlich schwer. Selbst zu denken, und dabei die Regeln der Logik einzuhalten und den Raum des Trivialen zu verlassen, ist gleich noch viel schwerer. Dies zu bewerkstelligen, dann aber auch noch von einem breiten Publikum verstanden zu werden, das ist wahre Kunst. Das breite Publikum nämlich mag nicht überfordert zu werden. Es möchte alles Neue in so kleinen Häppchen serviert bekommen, daß es ohne eigene Anstrengung folgen kann. Es verlangt, bei jeder Information auch unterhalten zu werden. Das Publikum hätte gerne die Relativitätstheorie auf einem Bierdeckel, drei Viertel davon als Abbildungen, und jeweils zur Einführung und zum Abschluß ein kleiner Witz.

Ich will das Publikum, die Allgemeinheit, den kleinen Mann von der Straße, oder wie immer man Herr und Frau Jedermann nennen will, nicht heruntermachen. Sie stellen die Mehrheiten, sie sind die Menschheit. Sie fordern, was sie fordern, zu Recht. Auch wenn es nicht immer möglich ist. Und auch, wenn sie die Folgen tragen dürfen. Zum Beispiel das exponentielle Anwachsen der Trivialitäten in unserer Welt, in unserer Medienwelt speziell. Dieses Wachstum allein erregt bei mir keine Besorgnis. Besorgnis erregt nur, daß man zwischen all den Kopien, den Oberflächlichkeiten, dem halbgar Serviertem kaum noch das zu entdecken vermag, was einen interessierten, bilden und berühren könnte. Es steigt nur noch die Zahl der Meldungen, der Artikel, der Filme, der Bücher, der Wörter und Buchstaben, aber die Zahl der Ideen, der Gedanken, die steigt vielleicht nicht mehr. Und man muß vielleicht immer mehr Zeit damit verbringen, etwas zu lesen, bis man das findet, weswegen man liest.

Die größte Angst ist dann, daß der eigene Blog auch nur die Verstärkung des Rauschens ist, nicht aber des Signals. Und den kleinen Witz am Ende, den habe ich auch noch vergessen...

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